02 März einmal so, immer so?
einmal so, immer so?
Über den Mythos von wiederholbaren Erfahrungen:
Seitdem ich Teenager bin gehe ich joggen. Damals hatte ich häufig Kopfschmerzen. Durchs Laufen gingen die Schmerzen weg, mein Kopf wurde frei – auch vom Alltag und unangenehmen Gefühlen. Manchmal kam meine jüngere Schwester mit, wir hatten viel Spaß.
Irgendwann als ich Anfang 20 war, taten meine Knie vom Joggen weh. Ich änderte meine Technik und übte eine Mischung aus Mittelfuß- und Vorfußlauf. Den Knien ging es besser, aber ich bekam Nackenschmerzen vom Laufen. Als ich die Alexander-Technik intensiv erlernte begann ich beim Laufen damit zu experimentieren und machte verschiedenste Entdeckungen: Einmal hatte ich beim Laufen das Gefühl, meine Beine sind völlig schwerelos, meine ganze Power kommt aus dem Rücken und ich laufe wie von selbst. Das war irre angenehm. Ich wurde schneller und leichter.
Wie schön wäre es wenn es immer so wäre…

„Don’t do what I do, do what I did“
F.M.Alexander
„Tu nicht was ich mache, sondern mach, was ich getan habe“
ist ein bekanntes Zitat von F.M. Alexander, was mir heute beim Laufen einfiel.
Was er meiner Meinung nach damit meint ist, dass man weniger effektiv zum Ziel kommt, wenn man einen bestimmten Stil nachahmt oder eine bestimmte Haltung einnimmt. Weil ich mich jedes Mal anders erlebe, ist auch jede Lauferfahrung anders. Ich kann dieselbe Erfahrung nie genauso wieder abrufen.
Es gibt sozusagen keine Abkürzung.
Ich fange immer von vorne an. Darin liegt eine gewisse Frische:
In der Aktivität im Moment zu erforschen, zu erleben, was sich in mir – in meinem „posturalen Bewegungssystem“ befreit, ändert, justiert, wenn ich Alexanders Ideen anwende. Jedes Mal ist die Erfahrung eine neue, die in mir etwas freisetzt.
Das lohnt sich…