Der Körper vergisst nicht
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Der Körper vergisst nicht

Irgendwann im letzten Jahr habe ich davon erzählt, wie ich zur Alexander-Technik kam.
Mir ist da noch etwas klar geworden, was ich gerne teilen möchte:

Als Teenager hatte ich oft Kopfweh – dass habe ich bereits erwähnt. Die waren in der Tat so häufig und heftig, dass ich oft von der Schule nach Hause kam. Meine Mutter schickte mich zunächst zum Orthopäden, der mir Massagen verschrieb. Ich fühlte mich sehr unwohl dabei, von fremden Menschen massiert zu werden. Die Massagen haben mir gar nicht geholfen.
Dann lernte meine Mutter eine Alexander-Technik Lehrerin kennen, Nadia Kevan, die ihr zur Besserung ihrer Schulterschmerzen verhalf. Nach einer Weile sagte sie, „probiere das doch auch mal“.
Damals war Nadia Kevan gerade weggezogen aus Hamburg und so ging ich zu Anne Kristin Hansen.

Nach einer Weile verschwanden meine Kopfschmerzen. Und auch die Schmerzen im rechten Arm, die ich vom Cellospielen hatte, wurden weniger. Aber da war noch etwas anderes.
Als ich eines Tages nach einer Alexander-Technik Stunde an der Bushaltestelle stand, empfand ich dieses tiefe Freiheitsgefühl – von dem ich schonmal erzählte.
Es war ein Gefühl frei von Selbstzweifel und Angst, was mich völlig vereinnahmte. Etwas in mir hatte aufgehört, sich zusammenzuziehen. Im selben Moment fühlte ich mich verbunden mit allen Menschen und wünschte, alle mögen dieses Gefühl erleben.

Dieser Moment hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Mir war nicht nur klar, dass ich irgendwann Alexander-Technik Lehrerin werden würde. Da war noch etwas anderes: Seitdem hat mein Körper nie mehr vergessen – was auch immer geschah – dass es diese Qualität in mir gibt.
Ich brach mein Studium ab, und die Tanzausbildung.
Es gab darin eine Phase, in der ich merkte wie der Zugang zu Kreativität und meiner Freude am kreativen Ausdruck durch Bewegung verschüttet wurde. Als ob jemand den Hahn abstellt. Ich bekam starke Rückenschmerzen und war zutiefst enttäuscht. Von der Ausbildung aber auch von mir selbst. Ich brach ab. Ich hatte es nicht geschafft und fühlte mich wie eine Versagerin.
Unter der Oberfläche, war die Erinnerung an diesen Moment damals. Nicht kognitiv greifbar.
Ich war deshalb so enttäuscht, wütend und traurig, weil ich tief in mir drinnen wusste, dass Kreativität unzerstörbar ist. Wie ein Diamant.
Irgendwann tauchte dann diese Erinnerung wieder auf. Wie ein innerer Kompass, der mich die ganze Zeit auf meiner Reise begleitete, ohne dass ich es immer gemerkt hätte. Und mit ihr tauchte der Wunsch auf, sie mit so vielen Menschen wie möglich auf diesem Planeten, auch mit dir! zu teilen:

Die Qualität, einfach da zu sein. Frei von Selbstzweifel und Angst.

morgen hörst du mehr…