12 Feb. Orientierung in der Orientierungslosigkeit
Orientierung in der Orientierungslosigkeit
Authentische Kommunikation.
Über emotionale und mentale Reaktionsmuster im Kontakt mit sich und anderen.
Am Wochenende fand das erste Modul des zweiten Teils meiner Weiterbildung in Kontemplativer Psychologie (Karuna Aufbautraining) statt. Im Zentrum stand Achtsamkeit. Wir hielten Vorträge, leiteten Übungen an und übten uns im Feedbackgeben – wertfrei, unterstützend, präzise und aus unserer eigenen Erfahrung heraus. Ohne Ratschläge. Ohne Bewertung.
Es ging ums Präsentieren – und um authentische Kommunikation.
Darum, mit sich selbst in Verbindung zu bleiben. Nicht nur beim Sprechen vor anderen sondern auch beim Zuhören, beim Feedbackgeben und beim inneren Reagieren.
In manchen Momenten des Gruppenaustausches kam es mir vor als ob ich innerlich ein Licht anmache. Wie in einem vollgeräumten dunklen Raum. Durch Hinschauen werden plötzlich Dinge sichtbar, die man nie erwartet hätte. Muster, die ins Bewusstsein treten, die vorher unbemerkt im Hintergrund gewirkt haben.
Achtsame Kommunikation schafft Raum für all das.
Sie lädt uns ein, wahrzunehmen, statt sofort zu reagieren.
Zu spüren, statt zu bewerten.
Da zu bleiben, statt wegzugehen.
Das ist nicht immer einfach.
Manchmal tauchte am Wochenende Widerstand auf – genau hinzusehen, dranzubleiben und dem Impuls, wegzulaufen, nicht zu folgen. Manchmal nahmen emotionale Reaktionen den ganzen Raum ein und färbten die eigene Realität… und es war sehr hilfreich und orientierungs-gebend, in diesen Momenten mit meiner Trainerin sprechen zu können.
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Welche Rolle spielt Alexander-Technik darin?
Für mich eine große.
Achtsamkeit IST ein Teil der Alexander-Technik, in der wir mit körperlichen Reaktionsmustern arbeiten – und diese stehen in engem Zusammenhang mit unseren emotionalen und mentalen Mustern. Unser Körper erzählt die Geschichte unserer Gewohnheiten.
Alexanders Prinzipien haben mir an diesem Wochenende Orientierung gegeben.
Orientierung im Straucheln wach und präsent zu bleiben.
Orientierung im Körper – für natürliche Aufrichtung und Beweglichkeit.
Orientierung für meinen Atem.
Eine Basis, von der aus sich ein innerer Raum öffnet – ein Container, in dem alles da sein darf.
Ein Raum, in dem ich nicht „zumache“, sondern in Kontakt bleibe. Mit mir selbst. Und dadurch auch mit anderen.
Vielleicht ist das Orientierung in der Orientierungslosigkeit:
Nicht alles kontrollieren zu müssen – sondern bereit zu sein, bewusst da zu sein.
Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.